Refit Sunbeam 22

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Alles fing an mit einer Einladung von einem Bekannten, doch einmal eine Runde segeln zu gehen, auf seinem Boot. Eigentlich war von da an der Virus bei mir platziert... ich war angefixt. Das erste Jahr war ich Gast auf dem Boot und konnte erste Erfahrungen auf dem Wasser sammeln. Danke Steffen an dieser Stelle !

Im darauf folgenden Winter machte ich meinen SBF-Binnen, um endlich selber segeln zu dürfen, also offiziell segeln zu dürfen. Das Revier, der Rursee, ist entgegen meiner ersten, unwissenden Vermutungen, alles andere als ein ruhiges Gewässer und alles andere als Easy-Peasy. Seine Lage inmitten der Eifel ist unvergleichlich schön und ruhig, aber durch die sehr unstetigen Winde eben sehr anspruchsvoll. Einfach Kurs setzen und Strecke fahren gelingt nur bedingt. Beeinflusst von den Faktoren Wind, Grösse des Sees und schlussendlich auch durch die Anzahl der Boote, die sich mit mir das Wasser teilen. Gut, ich kann jetzt noch nicht auf jahrelange Erfahrung zurückblicken und eine einzige Saison hebt mich bei Weitem noch nicht aus dem Anfängerstadium heraus, aber ich kann behaupten, daß ich schon häufig den Rursee befahren habe. Ich muss noch verdammt viel lernen und Erfahrung sammeln, aber sicher fühle ich mich allemal... sagen wir es so : respektvoll sicher. Ich habe Respekt vor der Natur, vor den Kräften und vor dem, was der Wind mit einem kleinen Boot wie meinem macht. Ich glaube, wenn ich diesen Respekt verloren habe, ist es Zeit aufzuhören. Also, Punkt 1 auf der Liste der zu verinnerlichenden Dinge : Sei respektvoll !

Nun, ich habe die Sunbeam 22 letztes Jahr gekauft und wie beschrieben, schon eine Saison mit ihr verbracht. Da ich einige Punkte an dem Boot fand, nahm ich mir vor, diese im Winterlager zu überholen. Wie bei vielen Binnenseen muss ein Boot zum Herbst hin "aus dem Wasser". Das kann der Eigner eines Sees festlegen. So kam meine Sunbeam im Herbst 2018 wieder aus dem Wasser und in ein trockenes Winterlager. Und aus einem kleinen "Ich mache nur das Unterwasserschiff" wurde eine grosse, handfeste Kernsanierung, auch Refit genannt....

Vor dem Refit sollte man sich über ein paar grundsätzliche Dinge im Klaren sein:

  • WO findet das Refit statt ? Überdacht, beheizt, Liegezeit, Strom, Wasser, Erreichbarkeit etc
  • Werkzeug : Habe ich all das Werkzeug was ich brauche ? Exzenterschleifer, Schleifpads, Akkuschrauber etc
  • Kosten : oft liest man von explodierenden Kosten bei ungeahnten Entdeckungen... Kostenrahmen mit viel Spielraum nach oben abgrenzen
  • Support : Wer kann mir bei unvorhergesehenen Sachen helfen ? 
  • Ersatzteile : Wo bekomme ich was ? Kann der Hersteller das liefern, was ich mutmasslich brauche 

Hat man sich all diese Fragen gestellt und kann sie alle zumindest zufriedenstellend beantworten, dann kanns losgehen...

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